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Template, Master und Design - Sinnvolle Anwendung bei Adobe Captivate


By Ralf Baum - Posted on 07 November 2013

Je grösser eine Firma, desto wichtiger ist es, präzise grafische Standards zu schaffen. Ansonsten entsteht viel Extraaufwand beim sogenannten "Glattziehen". Der Ausdruck "Glattziehen" ist nicht so humorvoll, wie man eigentlich denken könnte. Mit diesem Terminus bezeichnet man z.B. das nachträgliche Anpassen von Farben bei Beschriftungsfelder oder Markierungsfelder oder das Korrigieren der verwendeten Schriftart. Das ist bei einem Training über 100 Slides pro Woche zwar ärgerlich, aber durchaus noch im Bereich des Machbaren. Bei 15 Trainings gleichen Umfangs pro Woche ist es für eine einzelne Person (beinahe) unmöglich, dies zeitnah umzusetzen. Eine beliebte Methode diese Standards durchzusetzen ist das Versenden von PowerPoints mit genauen Angaben zu Farbe, Grösse oder Interaktivität. Allerdings lässt es sich nicht vermeiden, dass manche Autoren "einfach mal loslegen" und hinterher nicht mehr die Zeit haben, die Trainings entsprechend zu bearbeiten. Wer letztenendes diese Trainings "glattziehen" darf? Ich hege den Verdacht, daß im Falle eines Falles Sie als Gesamtverantwortlicher für das Training dann zähneknirschend die Sachen noch anpassen.

Wie kann man verhindern, daß ein deutlicher Mehraufwand zur Bearbeitung nötig wird?

Antwort: Abhilfe schafft die Erstellung einer Vorlage, welche a) die grafischen Standards Ihrer Corporate Identity beinhalten und b) auch für weniger erfahrene Autoren eine deutliche Erleichterung bietet.

Das klingt soweit recht gut, und ist mit Captivate auch einfach umzusetzen - wenn man weiss wie es geht. Captivate bietet drei verschiedene Vorlagenelemente an.

Template, Master und Design

Design
Fangen wir mit dem Design an. Das Design ist eine graphische Vorlage. Sie finden im Design-Tab einige bereits vorgefertigte Designs, wie z.B. die Schiefertafel. Aber Sie haben auch die Möglichkeit, sich nach eigenen Vorstellungen ein Design zu erstellen; hier finden Sie eine Anleitung dazu. In erster Linie definieren Sie hier die grafische Zusammensetzung des Bildschirmhintergrundes. Sie haben allerdings hier noch keine interaktiven Elemente eingefügt und Sie haben auch noch keine vollständigen Folien eingefügt. Sie haben "nur" das standardisierte Aussehen Ihres Lernprogramms festgelegt.

Master
Wie formuliert man etwas, was eigentlich jeder aus PowerPoint kennt? Ich versuche es mal so: Die Masterslide ist eine übergeordnete Vorlagenfolie, in der Sie das Design der allgemeinen Folien festlegen können. Dieses beinhaltet z.b. die allgemeine Hintergrundgrafik oder ein eingeblendetes Logo.

Template
Mit der Template-Datei bezeichnet man eine vollständige Vorlagen-Datei, in der Sie Elemente von Design und auch Masterfolien einfügen können. Der grosse Unterschied: Sie können hier bereits vollständige Folien (gegebenenfalls mit Platzhalterelementen) vordefinieren. Dies ist besonders nützlich, wenn Sie dem Training eine bestimmten Aufbau geben wollen. Sie können so z.b. die ersten 4 Folien bereits vordefinieren, dass das Autoren nur noch Überschriften und Erklärungen einfügen müssen. Dies ist vor allem in grösseren Firmen sehr empfehlenswert; besonders wenn ein ständiger Wiedererkennungswert von optischen Elemente (z.b. Logoposition) gewährleistet sein muss.

Fazit: Das Template ist das most powerful Vorlagenelement. Hier können Sie ein Design und auch die Masterfolien einfügen, die Sie (oder der Anwender) dann auf den einzelnen Folien verwenden können. Ich persönlich tendiere dazu, bei Anfragen meist zu einem Template zu raten; denn mit dieser Vorlagenform können Sie auch didaktische Konzepte leichter umsetzen. Sie können z.b. Einstiegs- und Endfolien, sowie Wissenstandsabfragen bereits in das Template einbauen, so dass die jeweiligen Autoren keinen fühlbaren Extraaufwand bei der Bearbeitung des Trainings bringen müssen. Der Extraaufwand würde sich hier auf das reine Einfügen von Texten in Platzhalterobjekte belaufen, was nach meiner Einschätzung nicht allzu lange dauert. Als Ausgleich haben die Lernprogramme einen Wiederkennungswert und zusätzlich die richtige didaktische Struktur.

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